Klimaschonend unterwegs sein
Mobil sein bedeutet all jene Orte möglichst einfach erreichen zu können, die wir zur Erfüllung der so genannten Daseinsfunktionen (Wohnen, Arbeiten, Bilden, Versorgen, Erholen) benötigen. Mobil sein bedeutet daher nicht nur motorisiert unterwegs zu sein. In Niederösterreich wächst der Verkehr jährlich um ein Prozent. Die Folgen davon sind nicht nur mehr und längere Staus zu Hauptverkehrszeiten, sondern auch die weiterhin rapide Zunahme an klimaschädigenden Emissionen im Verkehrsbereich. Fast ein Viertel aller in Österreich freigesetzten Emissionen verursacht der Verkehr.

Ca. 50 % aller Autofahrten in NÖ sind kürzer als 5 km
Viele der Fahrten mit dem eigenen PKW sind so kurz, dass sie vielfach mühelos zu Fuß oder mit dem Rad absolviert werden könnten. Bereits ein Viertel aller Wege mit dem Auto in NÖ sind kürzer als 3 Kilometer. Jede 10. Autofahrt ist sogar kürzer als 1 Kilometer. Strecken, die sich selbst bei wecheslhaften Wetterbedingungen problemlos ohne Auto bewältigen lassen. Gerade innerhalb von Ortschaften sind Wege mit dem Fahrrad wesentlich einfacher und bequemer zurückzulegen. Keine Parkplatzsuche, ein kurzer Plausch mit Nachbarn und Bekannten, mehr Bewegung und damit ein Plus für die eigene Gesundheit
.es gibt viele Gründe, warum man das Auto stehen lassen sollte.
Wird künftig nur ein Teil dieser Wege per Fahrrad oder zu Fuß erledigt, lassen sich daraus signifikante Effekte für die Reduktion der CO2-Emissionen sowie eine Verbesserung der Gesundheit der NiederösterreicherInnen erzielen. Das Land NÖ veranstaltet unterstützend dazu regelmäßig den RADLredkordtag oder die Spritsparmeisterschaft, die von Niederösterreich ausgehend österreichweit Verkehrssparen der anderen Art belohnt. Zudem werden durch das NÖ Klimaprogramm die kontinuierliche Weiterentwicklung und quantitative Verbeserung des Angebotes des öffentlichen Verkehrs gesichert.
Umsetzung des Schwerpunktes Mobilität in den Projektgemeinden
Die Gemeinden profitieren im Schwerpunkt Mobilität des Klimabündnis Wienerwald besonders von der Verkehrsberatung, des NÖ Nahverkehrsprogramms sowie kostenloser Beratung zur Förderung des Alltagsradverkehrs. FahrradexpertInnen der Dorf- und Stadterneuerung, des Klimabündnis NÖ, des Regionalmanagements und der Umweltberatung unterstützen die Gemeinden bei Maßnahmen zur Optimierung der Infrastruktur, der Veranstaltung von Radl-Events oder Informationsveranstaltungen. Zudem wird die Bewusstseinsbildung des Alltagsradverkehrs speziell gefördert. Als Basis für Aktivitäten in den Gemeinden stellt RADLand ein kostenloses Service zur Radverkehrszählung bereit. Dadurch wird die Frequenz des Alltagsradverkehrs gemessen und Maßnahmen können gezielt auf den Ergebnissen aufgebaut werden.
Das Land NÖ unterstützt durch vergünstigte Angebote beim Kauf von Fahrradständer den Ausbau der Fahrradabstellplätze in den Gemeinden. Die BewohnerInnen können dadurch überall problemlos ihre Fahrräder abstellen. Auch das Park & Ride Angebot wird vom Land NÖ gezielt gefördert, um den PendlerInnen den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu erleichtern. Die Gemeinden können Fördermittel für die Errichtung von Park & Ride sowie Bike & Ride Anlagen nutzen.
Christoph Westhauser – Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten, (RU7)
Durch die Bewusstseinsbildung durch das Land Niederösterreich konnte eine Reduktion der Kfz-Fahrten erreicht werden. Beim vierjährigen Modellprojekt „Verkehrsparen Langenlois“ konnte der Anteil der Autofahrten von 63 % auf 54 % gesenkt werden. Der Anteil der Wege, die mit dem Rad zurückgelegt wurden stieg dagegen von 3 % auf 14 % an.
Von einer Gemeinde zur Region – Verkehrsparen Wienerwald (2003 – 2006)
Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde das Projekt zur Bewusstseinsbildung im Mobilitäts- bzw. Verkehrsbereich im Jahr 2003 von der Gemeindeebene in eine ganze Region getragen. In 26 Wienerwaldgemeinden (Biosphärenpark Gemeinden) wurde, durch die NÖ Dorf- und Stadterneuerung vier Jahre betreut, die Bewusstseinsbildung in einer Region getestet. Rund 280 unterschiedliche Kleinstmaßnahmen zur Stärkung des nicht motorisierten und des öffentlichen Verkehrs, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, zur Stärkung der lokalen Wirtschaft sowie der Nahversorgung als fundamentale Voraussetzung des Verkehrsparens, werden von den Gemeinden umgesetzt und dabei vom Land NÖ gefördert und durch eine übergreifende Verkehrskampagne beworben.
Erfolge konnten bereits bei der Zwischenerhebung im Herbst 2005 verzeichnet werden:
Autofahrten minus 3 %, Fußgängerverkehr plus 1 %, Radverkehr plus 2 % Der Erfolg dieses Programms wurde auch dadurch erzielt, dass sich die Kampagnen des Landes („Lass den Kübel stehen!“, „Minus 600“, "Ich RADL das") und die Maßnahmen der Gemeinden gegenseitig
verstärk(t)en. Maßnahmen der Gemeinden waren etwa: Fahrplanhefte an jeden Haushalt, Einschaltungen in der Gemeindezeitung, Nahkauf-Initiative, Beschilderung für Fußgänger- und Radverkehr, Radständer, Entschärfung gefährlicher Kreuzungen für Radfahrer, Radfahrer werden „geblitzt“, etc.
Gemeindeübergreifende Mobilitätsprojekte im Klimabündnis Wienerwald im Biosphärenpark
Alle Gemeinde-Projekte zum Thema Mobilität im Klimabündnis Wienerwald
Weitere Informationen
Hier finden Sie Informationen zum Verkehrsparen: www.vspar.at und www.radland.at
Hier finden Sie Klimatipps zum Thema Mobilität
öffentlicher Verkehr in Niederösterreich
